|
Henriette Haas
Gewalt und Viktimisierung: Eine
Untersuchung über unentdeckte Gewalt- und Sexualstraftäter
Zusammenfassung zuhanden der Medien Untersuchungsplan
Gibt es Gewalt- und Sexualverbrecher, die sich nicht ertappen
lassen ? Sind Täter Menschen, die bloss das Pech hatten, in
ein Delikt verwickelt zu werden, oder sind sie tendenziell psychisch
gestört ? Solche Fragen werden Kriminologen oft gestellt. Die
Befragung von 21’347 Rekruten des Jahres 1997 und einer Stichprobe
von 1’160 Nicht-Rekruten bot die Möglichkeit, einmal Straftaten
der schweren Art im Dunkelfeld zu untersuchen. Wegen der allgemeinen
Wehrpflicht für Männer umfasst die Stichprobe ca. 70%
aller 20-jährigen Schweizer Männer (der sog. Kohorte)
[Haltiner K. (1998/99) : « Von den Rekrutenbefragungen zur
Jugendrepräsentativen Erhebungen - Eine erste Bilanz ».
Bericht über die pädagogischen Rekrutenprüfungen.].
Bei der Erhebung wurde die Anonymität der Rekruten sichtbar
gewahrt. Nach dem Auschluss unglaubwürdiger Fragebögen
wurden insgesamt 21’314 valide Exemplare ausgewertet. Um die Gültigkeit
der Antworten (Validität) zu überprüfen, wurden zu
den meisten Ergebnissen Vergleichszahlen herangezogen. Dabei stellte
sich heraus, dass die Rekrutendaten sich mit jenen aus unabhängigen
Studien weitgehend decken. Den Daten der hier vorliegenden Studie
darf somit hohe Glaubwürdigkeit zu geschrieben werden. Die
Ergebnisse gliedern sich in die folgenden Blöcke: (1) Kindheit
und Entwicklungsstörungen, (2) körperliche Gewalt und
(3) sexuelle Uebergriffe durch junge Männer. Um allfälligen
Missverständnissen vorzubeugen, sei vorab festgestellt, dass
die erfragten Verhaltens weisen in die Zeit vor der Rekrutenschule
fallen und somit kein Zusammenhang irgendwelcher Art mit dem Dienst
in der Armee besteht. Im grossen Ganzen sind Nicht-Rekruten tendenziell
nicht weniger delinquent als die Rekruten. Es ist sogar eher davon
auszugehen, dass sich unter ihnen noch mehr ausgesprochen randständige
Personen und Kriminelle finden, welche aber an wissen schaftlichen
Untersuchungen kaum je teilnehmen.
Macht eine unglückliche Kindheit delinquent ? Die
Mehrheit aller Rekruten wuchs in einem wohlbehüteten Klima
auf, aber nicht alle hatten dieses Glück. 4.8% der Rekruten
geben an, von den Eltern körperlich schwer misshandelt und
1.9% durch andere Erwachsene geschlagen worden zu sein. 4.1% aller
Rekuten sind gemäss Selbstangaben in ihrer Kindheit oder Adoleszenz
sexuell ausgebeutet oder schwer sexuell missbraucht worden. Knaben,
deren Eltern eingewandert sind, sind tendenziell eher unter den
Opfern von Missbrauch und Misshandlung zu finden. Welchen Einfluss
haben solche Risiken indessen ? Die Auswirkungen einzelner Risiken
können, wie sich zeigt, in der Regel kompensiert werden, wenn
diese nicht gehäuft auftreten. Das Leben von mehrfach vorbelasteten
Knaben muss demnach nicht automatisch in ein falsches Gleis münden.
Erfreulich ist, dass zwei Drittel der ehemaligen Sonderschüler
der Primarschule, nach eigenem Bekunden im Alter von 20 Jahren eine
Lehre oder höhere Ausbildung absolvieren konnten. Nur gerade
12% dieser jungen Erwachsenen verfügen über keinerlei
Berufsabschluss (5.3% des Rekrutendurchschnitts).
Entwicklungsstörung beim Knaben Bei 10.1% der
Rekruten scheinen in der Kindheit Zeichen einer schweren Verhaltensstörung
in Anlehnung an die Definition des DSM-IV (Diagnostic and Statistical
Manual of Mental Disorders) [American Psychiatric Association (APA)
(Eds.) (1994): Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders
DSM-IV. 4th Ed., Washington DC.] mit einer Neigung zu gewalttätigem
und delinquentem Verhalten aufgetreten zu sein. Circa ein Drittel
dieser verhaltensgestörten Knaben entwickeln gemäss Selbstangaben
im Alter von neunzehn Jahren einen Hang zum Delinquieren und weitere
37% begehen weniger schwere Straftaten. Bei der Analyse der Ursachen
dieser Störung fanden wir, dass sozialisationsbedingte Schäden
vermutlich in einem wechselseitigen Verhältnis mit biologischen
Risikofaktoren stehen. Die Verhaltensstörung kann jedenfalls
nicht allein auf eine missglückte Erziehung zurückgeführt
werden, obwohl sogenannte Milieuschädigungen, das heisst eheliche
Gewalt, Alkoholismus in der Familie, Kindsmisshandlung und sexueller
Missbrauch ganz zweifellos dabei eine wichtige Rolle spielen. Bildungsdefizite,
Immigration und Fürsorgeabhängigkeit der Eltern spielen
hingegen in der Genese der Störung eine untergeordnete Rolle.
Als dramatisch muss die deutlich erhöhte Unfallhäufigkeit
dieser Kinder betrachtet werden. Es könnte sein, dass verhaltensgestörte
Kinder, welche besonders häufig in Unfälle verwickelt
sind, unter angeborenen minimalen Hirnschädigungen leiden oder
sich solche durch die Unfälle zuziehen. Unsere Befunde deuten
weiter darauf hin, dass - unter Einbezug aller andern Faktoren -
eine sehr gute Beziehung zum Lehrer das Risiko, eine schwere Verhaltensstörung
zu entwickeln, um das Fünffache vermindert ! Weiter hat sich
herausgestellt, dass 58.2% der Jugendlichen, die in Kontakt mit
der Polizei gekommen sind, ihr delinquentes Verhalten in der Folge
aufgegeben haben.
Gewalttätigkeit von jungen Männer vor der Rekrutenschule Bei
einer kleinen, aber aktiven Minderheit von Männern (Rekruten
und Nicht-Rekruten) gilt Gewalt nach wie vor nicht als unehrenhaftes
Mittel zur Durchsetzung eigener Interessen. Die Opfer der körperlichen
Aggressionen waren mehrheitlich andere Männer. 8.6% aller Rekruten
gaben aber an, im Laufe der letzten zwölf Monate vor der Rekrutenschule
auch Frauen oder Kinder geschlagen zu haben. Bei der Entstehung
von leichteren und mittelschweren Formen der Gewalt war eine grosse
Zahl verschiedener Faktoren von Bedeutung, die sowohl situativen
Gegebenheiten als auch der Persönlichkeit der Täter zuzuordnen
sind. Der Algorithmus der logistischen Regression schloss die Variable
« Immigration » als wesentlichen Einflussfaktor aus,
obwohl Kinder von eingebürgerten Eltern prozentual unter den
Tätern übervertreten sind. Andere biographische Risikofaktoren
wie erlittene Misshandlung, Unfälle und sexueller Missbrauch
scheinen gemäss unseren statistischen Berechnungen stärker
für die Entstehung von gewalttätigem Verhalten ins Gewicht
zu fallen. Offenbar werden Delinquente aus Einwandererfamilien in
ihrer Kindheit überdurchschnittlich oft viktimisiert. Es scheint
nämlich gemäss unseren Daten, dass Knaben, deren Eltern
aus islamisch geprägten Krisenregionen und aus dem Balkan eingewandert
sind, doppelt so häufig sexuell missbraucht werden als der
Durchschnitt der andern Rekruten. Gute Beziehungen zu den Lehrpersonen
und ein Heimaufenthalt während der Adoleszenz wirken sich auf
Jugendliche, die irgendwelchen Risiken ausgesetzt sind, insgesamt
offenbar positiv aus. Demnach bleiben therapeutische und pädagogische
Massnahmen, die bei gefährdeten Jugendlichen zur Anwendung
gelangen, trotz diesbezüglich häufig anzutreffender Skepsis,
nicht ohne günstigen Einfluss.
Summe aller selbstberichteten Straftaten Die Gesamtzahl
aller Delikte von 156’076, das heisst durchschnittlich 7.3 Delikte
pro Person und Jahr erscheint zunächst sehr hoch. Davon geht
indes rund ein Drittel auf Uebertretungen im Strassenverkehr zurück
(d.h. Geschwindigkeitsexzesse und Alkohol am Steuer: durchschnittlich
2.4 Fälle pro Person und Jahr). Die Verteilung der Delinquenz
variiert zudem sehr stark. Mehr als die Hälfte aller Delikte
geht auf das Konto von nur 8% der Rekruten. Dabei sind Gewalt- und
Sexualdelikte ebenso mit im Spiel wie solche im Strassenverkehr
oder im Eigentumsbereich. Dazu kommt, dass diese Kerngruppe von
Intensivtätern (d.h. Rückfalltätern und potentiell
gefährlichen Kriminellen) für nahezu 70% aller Gewaltdelikte
und über 80% aller sexuellen Uebergriffe verantwortlich ist.
Trotzdem musste sich nur ein Drittel davon schon einmal vor dem
Richter verantworten.
Gewalttäter Wir fanden in unseren Daten einen
harten Kern von 341 stark zu Gewalt neigenden Personen, deren Delikte
den Tatbestand simpler Tätlichkeiten bei weitem überschreiten.
Strafrechtlich gesehen sind die bekundeten Taten eher unter Raub,
Körperverletzung, Erpressung, Nötigung einerseits oder
unter wiederholte Raufhändel, Angriffe oder Gefährdungen
des Lebens anderseits einzuordnen. Diese Gewalttäter verfügen
über ein breites Repertoire weiterer deliktischer Aktivitäten,
darunter Einbruch, Vandalismus, sexuelle Belästigung oder Drogenhandel.
Ihrer politischen Orientierung nach scheinen die gewaltbereiten
Männer in etwa zu gleichen Teilen sowohl am linken als auch
am rechten Pol anzutreffen zu sein (Hip- Hopper, Hausbesetzer, Skinheads,
rechtsnationalistische Gruppen). 80% dieser Kerngruppe zeigen Anzeichen
einer Persönlichkeitsstörung. Es scheint, dass sie in
der Freizeit besonders gerne mit ihresgleichen verkehren. Dabei
wird häufig mit Pistolen, Schlag- und Stichwaffen « aufgerüstet
». Die unglückliche Kombination einer Vorliebe zu Waffen
mit Anzeichen einer psychischen Störung kann gemäss unseren
statistischen Resultaten, als eine Hauptursache von schwerer Gewalt
bezeichnet werden. Bei der Untersuchung der persönlichen Ressourcen
der erwachsenen Gewalttäter stellte sich heraus, dass viele
von ihnen nur vordergründig die Schwierigkeiten der Kindheit
überwunden haben, dass aber die äusserliche Anpassung
an die Normalität des Lebensalltags (abgeschlossene Ausbildung,
grosser Bekanntenkreis und Freundin) ihre schon früh manifeste
Tendenz zu übersteigerter Aggression nicht aufzuheben vermag.
Diese Art von Persönlichkeitsspaltung trifft man nicht selten
bei Gewalt- und Sexualtätern. Es besteht Anlass zur Vermutung,
dass die oberflächliche Normalisierung mit einem Teilerfolg
sozialtherapeutischer Massnahmen, die man ihnen in der Adoleszenz
zukommen liess, zusammenhängen könnte.
Kriminalpolitische Konsequenzen Als Konsequenzen der
Studie drängt sich u.E. ein Massnahmenbündel auf, das
in Analogie zur Drogenpolitik als ein Mehr-Säulenmodell gegen
Gewalt bezeichnet werden könnte. Nur der Verbund von Prävention,
Repression, Therapie, Schadensverminderung (d.h. Verwahrung und
ausreichend lange Strafen für sehr schwere Verbrechen) und
Wiedergutmachung gewährleistet eine nachhaltige Kriminalpolitik.
Haas Henriette S. (2001): Agressions et victimisation:
une enquête sur les délinquants violents et sexuels
non détectés. Verlag Sauerländer, Aarau. Switzerland,
ISBN 3-7941-4915-7.

Henriette Haas
Agressions et
victimisations
Une enquete sur
les delinquants violents et sexuels non detectes
Y a-t-il des criminels qui ne se laissent jamais
prendre ? Les agresseurs violents et sexuels sont-ils des gens normaux qui
ont été impliqués dans une action délinquante par hasard, ou sont-ils
essentiellement des individus perturbés? La présente étude portant sur les
21’347 recrues de l’année 1997 et 1’160 non-recrues permet de se faire une idée
de la délinquance grave non détectée. Les « Enquêtes fédérales auprès de
la jeunesse et des recrues » (ch-x) appartiennent aux traditions les plus
anciennes du monde en matière de recherche pédagogique. Elles couvrent un
échantillon d’environ 70% de la cohorte nationale masculine d’âge. Cette étude
a apporté des résultats importants sur les origines de la violence. Après
exclusion des exemplaires peu crédibles, 21’314 questionnaires ont été
dépouillés. Afin de contrôler la validité des
réponses, nous avons effectué une comparaison avec des résultats obtenus ailleurs.
Il s’est avéré que les données recueillies auprès des
recrues sont dans l’ensemble comparables à celles d’autres études réalisées
indépendamment. On peut donc leur accorder une grande crédibilité. Les
résultats sont présentés sous trois grandes rubriques : (1) enfance et
perturbations du développement ; (2) violence ; et (3) transgressions
ou infractions d’ordre sexuel.
Une enfance
malheureuse conduit-elle à la délinquance? La majorité des recrues
a été élevée dans des familles où l’échange émotionnel était facile, et dans un
climat empreint de tendresse. Cependant, selon leurs réponses, toutes n’ont pas
connu ce bonheur : 4.8% d’entre elles ont été battues sévèrement par leurs
parents, et 1.9% maltraitées par d’autres adultes et 4.1% disent avoir été
gravement abusés ou exploités sexuellement. Il s’est avéré que ces risques, à
condition de n’être pas cumulés, sont dans la plupart des cas bien compensés. Un autre
résultat très réjouissant du sondage révèle que deux tiers des garçons ayant été placés dans une classe
spécialisée de l’école primaire ont – selon leurs réponses – à l’âge de vingt
ans, réussi à effectuer un apprentissage ou une formation professionnelle
supérieure. Seuls 12% d’entre eux sont restés sans aucune formation (contre
5.3% des autres recrues).
Perturbations du développement chez le garçon Parmi les recrues, 10.1% présentaient durant leur
jeunesse les signes de ce que la terminologie psychiatrique du DSM-IV
(Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders) appelle un conduct
disorder. Ce diagnostic n’est pas synonyme de trouble du comportement au sens
large : il englobe les éléments principaux de la délinquance juvénile.
Environ un tiers des garçons qui ont présenté un conduct disorder grave,
développent, à l’âge de dix-neuf ans, un comportement multirécidiviste ou
criminel et 37% commettront des infractions de moindre gravité. L’analyse
statistique a révélé que la genèse de cette
perturbation semble due à une relation réciproque entre des facteurs d’ordre
biologique et psychosocial. Ce trouble ne peut pas être attribué uniquement à
une éducation défaillante, bien qu’un milieu à problèmes multiples, constitue
un facteur important. Or, un
éventuel manque de formation, la dépendance de l’assistance sociale et
l’immigration des parents, quant à eux, jouent un rôle subordonné. Ce
qui est dramatique c’est la fréquence des accidents. Ceux-ci pourraient être
provoqués par un dommage cérébral minimal inné, ou acquis à la suite d’un
accident. En considérant tous les facteurs à la fois,
il est apparu qu’une très bonne relation avec
l’enseignant ou l’enseignante diminuait par cinq le risque de développer un tel
trouble ! On remarque en outre,
que 58.2% des jeunes qui ont été interpellés par les forces de l’ordre ont mis
fin à leur comportement délinquant par la suite.
La répartition de la délinquance 156’076 infractions ont été rapportées sous le
sceau de l’anonymat, soit une moyenne de 7.3 infractions par personne et par
année. La répartition de cette délinquance est hautement variable. En tenant
compte des agressions violentes, des actes de transgressions d’ordre sexuel,
des infractions contre le patrimoine et des infractions à la loi sur la
circulation routière, plus de la moitié des actes ont été commis par seulement
8% des recrues. L’enquête auprès des recrues confirme alors pour le chiffre
noir l’existence d’un noyau de multirécidivistes et de criminels
potentiellement dangereux qui est, de plus, responsable de presque 67% des
délits violents et de 85% des transgressions à l’intégrité sexuelle, fait
découvert par Wolfgang, Figlio et Sellin (1972) à propos des statistiques
officielles.
Violences commises par les
jeunes hommes avant l’école de recrues Une minorité d’hommes ne
considère pas la violence comme un moyen illégitime pour imposer sa volonté à
autrui. Une grande partie des victimes sont des hommes, mais 8.6% des recrues avouent des actes de violence contre
des femmes ou des enfants. Les facteurs qui
favorisent les formes moyennes et moins graves de la violence sont nombreux et
renvoient à la personnalité de l’agresseur, comme à une situation particulière.
Bien que les fils d’immigrés soient sur-représentés parmi les hommes ayant
commis des violences, l’immigration des parents a été exclue par
l’algorithme de la régression logistique comme facteur d’influence. Nos données
suggèrent que les jeunes immigrés de la deuxième génération sont, plus souvent
que la moyenne, abusés sexuellement pendant leur enfance. Pour les garçons qui sont exposés à des risques, une très bonne
relation avec les enseignants, ou le placement dans une institution durant
l’adolescence peuvent avoir une influence positive. Il semble donc que les mesures thérapeutiques et pédagogiques mises
en œuvre ne soient pas dépourvues d’influences bénéfiques, malgré le scepticisme
souvent exprimé par le public à l’égard de ces institutions.
Agresseurs violents Parmi les recrues, 341
personnes ont avoué avoir commis des actes de violence grave qui dépassent de
loin les voies de fait. Leurs actes relèvent d’au moins un des délits
suivants : lésion corporelle, brigandage, extorsion, contrainte, ou de
façon répétée, rixes, agressions, mises en danger de la vie d’autrui. Les
recrues les plus violentes ont commis un vaste répertoire d’autres actes
délictueux. Ils sont à peu près autant impliquées dans des groupements autour
de pôles politiques de gauche ou de droite (hip-hoppers, squatters, skinheads,
groupes nationalistes). 80% de ces agresseurs ont montré les signes d’un
trouble de la personnalité. Pendant leur temps libre, ils fréquentent des
milieux ayant les mêmes tendances et se munissent souvent d’armes de toutes
sortes. À l’origine de la violence grave, nos résultats statistiques ont permis
de mettre en évidence la combinaison néfaste de perturbations psychiques avec
le goût d’armes. En examinant les ressources personnelles des agresseurs
violents adultes, nous avons observé que si une majorité d’entre eux semblent
être parvenus en apparence à surmonter les difficultés de leur enfance (bonne
formation professionnelle, réseau de connaissances étendu et relation
sentimentale stable), cette adaptation reste néanmoins superficielle et ne peut
pas compenser leur disposition précoce à la violence.
Cette forme de clivage de la personnalité n’est pas rare chez les délinquants
sexuels et violents.
Conséquences pour la politique criminelle À la lumière des
résultats du sondage, on peut envisager un certain nombre de mesures pour
lutter contre la délinquance. Par analogie avec la politique qui s’est imposée
dans le domaine de la drogue, il s’agit, à notre avis, de prévoir des mesures
conçues selon le principe des piliers multiples : prévention, répression,
thérapie, réduction des risques (internement et peines de longue durée pour les
crimes très graves) et réparation. Seul l’effet combiné de celles-ci peut
aboutir à une politique criminelle efficace à long terme.
Henriette
Haas Agressions et victimisations – une enquête
sur les délinquants violents et sexuels non détectés 2001, ISBN 3-7941-4915-7
|